CE-Kennzeichnung beim China-Import: Was Sie wirklich brauchen
„CE-zertifiziert" liest man auf vielen chinesischen Angeboten. Trotzdem sind zahlreiche Produkte in der Union nicht verkehrsfähig. Der Grund: CE ist kein Zertifikat einer Prüfstelle, sondern eine Herstellererklärung, für die in der EU der Inverkehrbringer verantwortlich ist.
Was das CE-Zeichen wirklich bedeutet
Mit dem CE-Zeichen erklärt der Verantwortliche — Hersteller oder EU-Importeur — dass ein Produkt allen anwendbaren EU-Harmonisierungsrechtsvorschriften entspricht (Verordnung (EG) Nr. 765/2008 sowie Beschluss Nr. 768/2008/EG). Verantwortlich ist im Regelfall die Firma, deren Name auf dem Produkt oder der Verpackung steht.
Die vier Bausteine der CE-Konformität
- Richtlinien-Analyse: EMV (2014/30/EU), Niederspannung (2014/35/EU), Funkanlagen (RED 2014/53/EU), RoHS (2011/65/EU), Spielzeug (2009/48/EG), PSA (VO 2016/425), Maschinen (VO 2023/1230) — je nach Produkt gelten unterschiedliche Rechtsakte.
- Konformitätsbewertungsverfahren: Je nach Modul intern (Modul A) oder unter Einbeziehung einer benannten Stelle.
- Technische Dokumentation: Konstruktionsunterlagen, Risikobeurteilung, Prüfberichte akkreditierter Labore, Bedienungsanleitung in Landessprache.
- EU-Konformitätserklärung (DoC): vom Verantwortlichen unterschrieben, 10 Jahre aufzubewahren.
Typische Fallstricke
- Elektronik ohne EMV-Report: Ohne dokumentierten EMV-Test ist eine CE-Erklärung nicht belastbar.
- Kinder-Textilien: REACH-Konformität, Anforderungen der EN 14682 (Kordeln und Zugbänder) und weitere kategoriespezifische Normen sind einzeln nachzuweisen.
- USB-Ladegeräte: Neben LVD und EMV greift die Ökodesign-Verordnung (EU) 2019/1782 für externe Netzteile.
GPSR seit Dezember 2024
Zusätzlich zur CE-Pflicht verlangt die Produktsicherheitsverordnung (EU) 2023/988 eine verantwortliche Person in der Union, deren Name und Anschrift auf Produkt oder Verpackung sichtbar sind. Ohne diese Angabe drohen Marktrücknahme und Vertriebseinschränkungen — auch auf Online-Marktplätzen.