Seefracht China → Deutschland: Kosten, Laufzeiten und Zoll 2026
Frachtraten sind volatil, Zollformalitäten oft unterschätzt. Wer die richtige Kombination aus Incoterm, Container-Typ und Zolltarifnummer wählt, spart pro Container schnell einen vierstelligen Betrag.
Incoterms 2020 verstehen
EXW — Abholung ab Werk. Maximale Kontrolle, maximaler Aufwand.
FOB — Fabrik liefert bis an Bord im chinesischen Verschiffungshafen. Standard für viele Container-Importe.
CIF — Fabrik zahlt Fracht und Versicherung bis zum Zielhafen. Bequem, aber der Aufschlag der Fabrik-Spedition ist eingepreist.
DDP — Lieferung verzollt bis zum Empfänger. Für den Einstieg geeignet, für skalierende Volumen selten die günstigste Wahl.
FCL vs. LCL
Ab einem gewissen Ladungsvolumen (Faustregel: ab rund 13–15 CBM) ist ein eigener 20-Fuß-Container (FCL) meist günstiger als ein Sammelcontainer (LCL). Bei LCL summieren sich Umschlag-, Dokumentations- und CFS-Handling-Gebühren.
Aktuelle Frachtraten
Frachtraten schwanken saisonal und je nach Marktlage teilweise sehr stark. Verlässliche Tagesreferenzen bieten der Shanghai Containerized Freight Index (SCFI) und der Drewry World Container Index. Aktuelle Angebote holen Sie am besten direkt bei Ihrer Spedition ein.
Zoll und Einfuhrumsatzsteuer
Beim Import fallen Zoll (Höhe abhängig von der Zolltarifnummer, häufig 0–17 % laut TARIC) sowie 19 % Einfuhrumsatzsteuer auf den Zollwert an. Der Zollwert setzt sich üblicherweise aus Warenwert plus Fracht- und Versicherungskosten zusammen. Die Einfuhrumsatzsteuer ist bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen als Vorsteuer voll abziehbar und damit primär ein Cashflow-Thema.
EORI-Nummer nicht vergessen
Ohne EORI-Nummer ist keine Zollanmeldung möglich. Sie wird beim Bundeszentralamt für Steuern bzw. der Generalzolldirektion online beantragt. Bei FBA-Sendungen prüfen, ob eine indirekte Vertretung durch die Spedition sinnvoll ist.